Akademische Familie

2. August 2010 von Eugê

Mein schlauer Bruder hat schon wieder einen Artikel geschrieben, der veröffentlicht wurde. Diesmal in der Zeitschrift für das Juristische Studium (ZJS). Es ist sogar ein recht praktisches Thema: Berechnung des ersatzfähigen Schadens bei der Kfz-Reparatur (4/2010 S. 466–472). Und es ist echt verwirrend; der Betrag, den man vom Unfallverursacher fordern kann, variiert je nachdem, wie weit man den Schaden beseitigt oder ob man sich ein neues Auto zulegt.

Meckern kann ich aber trotzdem. Wo der Bruder gute Arbeit geleistet hat, hat sich der Setzer aber einen Fehler erlaubt. Auf Seite 469, in der linken Spalte unten, gibt es gleich zwei Dinge zu bemängeln. Erstens ist das Beispiel 3 nicht durch eine Leerzeile unten vom Rest des Textes abgetrennt (die übrigen Beispiele sind es). Zweitens ist die Zeile, die dem Beispiel folgt, ein Schusterjunge. Man hätte problemlos eine weitere Zeile in der Spalte stehen lassen können oder aber den Absatz in der neuen Spalte beginnen müssen.

Die Klugheit des Bruders färbt sicherlich auch auf mich etwas ab, jetzt komme ich bestimmt viel intelligenter rüber. Damit diese falschen Bilder aber nicht die Überhand gewinnen, hier eine interessante Diskussion zwischen Mensch und Tier (übrigens passend eine Meckerziege):

One Button — Was braucht man mehr?

9. Februar 2010 von Eugê

Letzter Screen (Abschnitt) des Spiels mit der Klickzahl Habe heute ein witziges flash-basiertes Spiel entdeckt: One Button Bob. Der Titel ist dabei Programm, man benötigt wirklich nur die linke Maustaste um das Spiel zu spielen; es geht nur ums Klicken, wohin die Maus zeigt, spielt keine Rolle.

Ich finde sowohl das Konzept als auch die Umsetzung gelungen. In jedem Abschnitt löst ein Mausklick unterschiedliche Aktionen aus und man weiß nicht immer sofort, was der Klick macht. Dafür kann man es aber oft erraten: Mit einem Klick wird eine Leiter bestiegen, ein Abgrund übersprungen, ein Gegner angegriffen usw. Und so schafft man mit nur einer Aktionstaste in den verschiedenen Kontexten verschiedene Aktionen. Das macht das Spiel sehr zugänglich und wirkt zudem sehr natürlich und flüssig.

Trotzdem ist es kein zu einfaches Spiel, es gehen einige Mausklicks ins Land bis man die einzelnen Abschnitte gemeistert hat. Und etwas Glück gehört manchmal auch dazu. Ansonsten muss man die Levels auswendig lernen, genauso wie es die Spiele früher verlangt haben.
Das sollte aber kein Problem darstellen, da das Spiel sehr kurz ist: mein erstes Durchspielen hat mich 478 Klicks gekostet, beim zweiten Mal brauchte ich nur 358. Deshalb empfehle ich One Button Bob uneingeschränkt jedem, der sich irgendwie für Spiele und neue Ideen interessiert. Viel Spaß!

Rock, Paper, Shotgun hat mich darauf aufmerksam gemacht.

Coiffeur 2 — Making you even prettier now

27. August 2009 von Eugê

Ich habe Coiffeur erweitert, ein computerlinguistisches Tool, um Texte zu analysieren. Das Originalprogramm konnte bestimmen, wie oft im Text welches Wort vorkommt. Daraus hat es dann den Type-Token-Quotienten errechnet. Klingt erstmal nicht besonders beeindruckend. Aber das coole an dem Programm ist, dass es mit Englisch sehr gut zurecht kommt. Dort gibt es Konstrukte wie I’m für I am. Und Coiffeur hat das richtig gezählt, das Wort wird wie 2 Worte behandelt und für jedes Teilwort werden entsprechend die Zähler erhöht. Dabei wird die Kontraktion ‚m aufgelöst und der Wert für am erhöht.

Das neue Programm kann alles, was Coiffeur schon konnte. Und natürlich kann es noch viel mehr. Extra für Gedichte und andere kurze Texte kann der Benutzer einfache Wortlisten erstellen, wie Nomen (Haus, Frau, Mann). Diese werden dann auf den Text angewendet, so bekommt jedes Vorkommen von Haus, Frau oder Mann die Klasse Nomen in der Ausgabe, etwa so:

<span class="Nomen">Haus</span>

Erfolge

Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen. Ich habe die Todesfuge von Paul Celan analysiert, ein Gedicht, das mir sehr gefällt und sich gut für eine vielschichtige visuelle Präsentation eignet. In der Präsentation kann man viel machen, es läuft alles rund, sieht schön bunt aus und bietet viele Infos.

Ich habe einige neue CSS-Schmankerl ausprobiert. Die wichtigste ist sicherlich die Einbindung von Fonts auf der Webseite mit der @font-face-Regel. Da konnte ich Axel testen, eine eng laufende Schrift und nicht alltägliche Schrift, bei der der Einsatz für Webseiten ausdrücklich erlaubt ist. Dadurch, dass sie eng läuft, konnte ich die Schriftgröße für gute Lesbarkeit relativ groß einstellen.

Wenn das Browserfenster zu klein ist, gibt es Zeilenumbrüche, die ein Gedicht schnell durcheinander bringen können. Dann weiß man nicht, ob eine neue Zeile beginnt oder die letzte wegen der Breite umgebrochen wurde. Ich habe das Problem dadurch gelöst, dass jede Zeile einen negativen Einzug hat, so steht der Text nach einem Umbruch automatisch weiter rechts als die echten Zeilenanfänge.

In modernen Browsern taucht das Problem der fehlerhaften Zeilenzuordnung möglicherweise gar nicht auf, die Zeilen werden durch CSS Counter automatisch nummeriert. Diese habe ich auf JavaScript Kit kennengelernt. Allerdings unterstützen nicht alle Browser CSS Counter, deshalb ist der Zeileneinzug trotzdem praktisch (siehe Abbildung).

Zeilenumbrüche

Probleme

Probleme gab es mit CSS, ich habe zuerst das Layout nur mit Firefox getestet, es lief natürlich alles gut. Dann hab ich das im Internet Explorer (7) geöffnet und …
Sah schon anders aus. Also gut, alles reparieren, damit auch IE alles sauber zeigt. Klappt. Nur noch einmal kurz im Firefox checken…

So ging es dann eine Zeit lang hin und her, bis ich ein Design hatte, was in beiden Browsern zumindest keine Probleme macht. Und das ist jetzt leider eine Minimallösung geworden. Es sollte möglich sein, dass sich die beiden Styleauswahl-Leisten nebeneinander anordnen, aber irgendein Browser hat dann immer irgendwas blödes gemacht. Und durch dieses Hickhack ist die Stylesheet-Datei recht unordentlich geworden, die könnte man noch aufräumen.
Ich war aber irgendwann einfach zufrieden, dass es zumindest so angezeigt wird und wollte es mein Glück nicht mehr herausfordern.

Auch mit dem Programm gab es Probleme. Coiffeur hatte ich ohne Funktionen geschrieben (die kannte ich damals noch nicht für Perl), es bestand alles aus vielen ineinander verschachtelten Schleifen, was sehr unübersichtlich ist, wenn man nach einem Jahr sich wieder dran setzt. Die wichtigsten Funktionen sind jetzt auch als Funktionen umgesetzt, so konnte ich nach und nach immer besser arbeiten.

Es gab dann teilweise noch Probleme, die ich mir nicht erklären konnte, nachdem ich den Quelltext zig-mal durchgesehen habe. Das war schon zum Schluss des Projekts, wo ich noch Englische Texte mit Kontraktionen getestet habe. Im Originalprogramm hat noch alles funktioniert und klappte jetzt nicht mehr, obwohl ich eigentlich nur die Ausgabe verändert habe und nicht das Zählen von Types oder Tokens.

Es lag wohl daran, dass ich die Dateien in Windows editiert habe und sie dann in einer virtuellen Linux-Maschine laufen ließ. Und weil beide Systeme Zeilenumbrüche anders kodieren, gab es bei Kontraktionen und anderen ausgewählten Wörtern Leerzeichen am Ende des Wortes. Damit konnten sie nicht richtig gezählt werden, „‚m“ ist nicht das gleiche wie „‚m “ (mit Leerzeichen).
Lektion gelernt — ab jetzt wird jeder Input erstmal gereinigt.

Ergebnis

Trotz allem bin ich sehr zufrieden, die Seite sieht gut aus und funktioniert genauso, wie ich es haben wollte. Auch das neue Coiffeur 2 hat alle Features, die ich einbauen wollte, es kamen im Verlauf der Entwicklung noch einige praktische Funktionen hinzu, wie z.B. dass man in den Wortlisten auch mehrere Wörter angeben kann, z.B. die Metapher spielt mit den Schlangen. Würde man die Worte dafür einzeln eintragen, gäbe es viele False Positives, da die einzelnen Worte in anderen Kontexten auftauchen. So ist es viel komfortabler und einfacher für den Benutzer (war aber nicht ganz trivial für den Programmierer).

Metapher1 (schwarze milch der frühe)
Metapher2 (spielt mit den schlangen)
Metapher3 (Grab in den Lüften, Grab in der Luft, Grab in den Wolken)

Deshalb: guck es dir an, teste das Programm, lies den Text der Arbeit und kommentiere hier!

Zeitfotografie mit Adam Magyar – Und alle gehen in die selbe Richtung

5. August 2009 von Eugê

Urban Flow – Shanghai Adam Magyar hat eine Kamera gebaut, die jeweils nur einen dünnen vertikalen Streifen fotografiert, dafür aber sehr häufig in der Sekunde. Und wenn man diese Bilder aneinanderreiht, bekommt man eine surrealistische Fototapete, auf der nur Bewegungen festgehalten sind. Statische Objekte werden auf den Bildern zu horizontalen Streifen, weil die Kamera dort jeweils nur das gleiche filmt. Er setzt diese Technik in Städten ein und nennt die Bilder deshalb Urban Flow.

Das besondere an den Bildern ist aber, dass die Menschen dort immer nur in eine Richtung gehen, unabhängig von ihrer eigentlichen Richtung. Das liegt daran, dass die Menschen immer nach vorne gehen und deshalb immer mit dem Gesicht zuerst in den dünnen Kamerastreifen kommen. Die Kamera filmt also immer Nase – Auge – Ohr – Hinterkopf und gibt es dementsprechend aus.

Dadurch bekommen diese Bilder einen einerseits weltfernen, andererseits einen religiösen Touch, die Menschen gehen einem unbekannten Ziel entgegen, auch die Fahrzeuge sind in die selbe Richtung unterwegs.

Auch ich hab damals mit Zeitfotografie experimentiert. Aber während Adam sehr schmale Bildstreifen benutzt, um detaillierte Fotos von einem dünnen Raumschlitz zu erzeugen, wo nur die Bewegung sichtbar ist, versuche ich einen ganzen Tag ins Bild zu bekommen und nutze dazu die statische Landschaft, bewusst ohne schnell bewegliche Objekte.

24 Stunden, Mein Ansatz zur Zeitfotografie

In Adams Bildern gibt es eine relative Zeit, unter jedem Foto ist die Dauer der Belichtung vermerkt, sodass die ersten Menschen einige Minuten vor den letzten ins Bild kommen. Mir ging es darum, den Tag — in 288 5-Minuten-Segmente aufgeteilt — komplett zu erfassen, so dass man recht genau sagen kann, wann es hell oder dunkel wurde, wann die Laternen angingen und wie der Himmel um 12 Uhr Mittags war. Hilft alles nichts, bin trotzdem absolut neidisch auf die technischen und kreativen Fähigkeiten des Herrn Magyar.

Auf Adam aufmerksam geworden bin ich durch das lens culture Weblog. Die Erlaubnis zur Benutzung des Screenshots von http://www.magyaradam.com/ kläre ich gerade. Na das nenne ich mal nett: knapp eine Stunde später bekam ich schon die freundliche Antwort von Adam. Als Anhang hat er gleich ein großes Bild mitgeschickt, das ich gerne hinzufüge. Dankeschön! Das Internet kann manchmal richtig cool sein!

urban flow, Ausschnitt 1 von 4 urban flow, Ausschnitt 2 von 4 urban flow, Ausschnitt 3 von 4 urban flow, Ausschnitt 4 von 4

Zensurfreier DNS-Server: 85.214.73.63

26. April 2009 von Eugê

Wie in der Überschrift heißt: 85.214.73.63 als DNS-Server einstellen und schon ist man (fürs erste) von Zensur und eventuellen falschen Anschuldigungen befreit.

Wer nicht weiß, wo es eingestellt werden kann, kann das im folgenden Video erfahren
(Anleitung für Windows XP):

Mehr dazu gibt es beim „Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e.V.“ (FoeBuD), anti-Zensur DNS-Server.

via spitlog und Jens Scholz.

Update (23.10.2009): Der oben beschriebene DNS Server hat anscheinend Probleme. Deshalb werden nicht alle Anfragen auch beantwortet, was dazu führt, dass man oft Seiten mehrmals neu laden muss, bis sie auch im Browser angezeigt werden.
Ich rate allen, einen anderen Server zu nehmen, wie zum Beispiel den vom CCC: 213.73.91.35 (dnscache.berlin.ccc.de). Damit klappt’s dann wieder einwandfrei.

Diese Ohrwürmer!

5. November 2008 von Eugê

Jetzt kann man nicht mal mehr Zeichentrickserien gucken, ohne mit Ohrwürmern infiziert zu werden! Da guckt man sich ganz entspannt American Dad an und dann kommt da diese Szene, in der Steve von einer Katze träumt. Ein sehr romantischer Traum, sie spazieren am Strand und entspannen sich in einer Berghütte, und auch superwitzig. (Selbstverständlich ist es dann auch ein feuchter Traum.)

Und dazu läuft dann ein Lied, und es passt so gut dazu. Was tut man als normaler Mensch? — Richtig: das Internet mit dem rausgehörten Text durchsuchen und hoffen, dass man den Titel findet. Hat sogar geklappt, allerdings wieder nur mit dem Google, das Yahoo hatte mehr Suchergebnisse, aber keine besonders guten.

Es ist echt ein guter Song von Fascinoma, heißt I’m Walking This Road Because You Stole My Car. Hoffentlich bleibt er noch ein bisschen auf YouTube.

YouTube – Ninja cat comes closer while not moving!

15. September 2008 von Eugê

Creepy Ninja Cat: Niedlich, geschickt und von purer Bösartigkeit besessen.
Wirkt am besten im dunklen Zimmer.

Direktlink auf YouTube

D-Blogger

5. Juni 2008 von Eugê

Gestern wurde ich in Spiegel Online zitiert, damit proklamiere ich mich als D-Blogger. Naja, das Zitat ist von mir aber nicht ganz aus meinem Blog, es war ein Kommentar, den ich im Fontblog abgegeben habe.

Damit es auch bei mir zitiert wird, muss ich auch so langsam mal was veröffentlichen, aber ich komme einfach nicht aus dem Quark. Momentan warten 57 Entwürfe darauf, veröffentlicht zu werden. Sie sind teilweise schon ausformuliert, es fehlt manchmal ein Bild, manchmal die Zeit oder ich will die Reihenfolge des Erscheinens beibehalten.

Darunter gibt es auch lange vorbereitete Sachen, unter anderem auch über Comic Sans, wie dieses Schaubild hier, das ich zur Feier des Tages schon mal präsentiere: ... hoffentlich nicht nur eine typografische Köstlichkeit
Ich habe hierbei ein großes Fenster eines neuen Kaufhauses in Hometown Oelde nachgebildet und geguckt, was die Designer aus der Comic Sans rausgestreckt haben. Comic Sans fühlt sich in Oelde sehr wohl, wird gerne auch als Titelschriftzug einer lokalen Monatszeitschrift benutzt.

Doch so ganz faul war ich auch nicht, habe viel unter der Haube der AFA-Seite gemacht und auch ein Photoblog eingerichtet, jetzt habe ich auch ein bisschen Freiraum, weil die momentan laufende Analyse (fürs Studium) in jedem Schritt etwa 24 Stunden benötigt. Solange die Ergebnisse noch nicht da sind, kann ich sie auch nicht auswerten.

Achja, auf die „Comic Sans“-Geschichte bin ich durch den Fontblog gestoßen. Danke, Jürgen, dass Du mich benannt hast. :-)

Thesaurus – Was für ein Wort!

10. Mai 2008 von Eugê
Ein Shakespeare-Thesaurus

Ich habe zur Zeit ein neues Lieblingswort: Thesaurus. Es hat eine natürliche Coolness und klingt total mächtig: The Saurus – Der Saurier. So wird Sprachwissenschaft gleich viel spannender und versetzt dich auf eine mystische Insel, wo DNA-Experimente betrieben werden… :-)

Update (10.02.2012): Terry Border von Bent Objects hatte die gleichen Assoziationen an Thesaurus. Er hat seinen Thesaurus auch richtig in Szene gesetzt. Zuerst als Aasfresser Rex und wenig später als Raubtier, das eine Bibel gestellt hat.

Der Kampf zwischen einem Thesaurus und einer Bibel

The History of LOLCats

12. November 2007 von Eugê

Katzen, Blog-Content Nummer 1, beherrschen das Internet ja schon länger. Laut neusten Erkenntnissen sind LOLCats, geistige Vorgänger der Blog-Katzen, Teil der Geschichte vieler Zivilisationen. Das Dokumentationsvideo findet sich im brainblog: The History of LOLCats im brainblog.

HappyCat can has cheeseburgers
Ein Bild aus dem Video: Happycat

Wer mit dem Video auf den Hund (also Katze) gekommen ist, findet mit diesen Seiten weitere Quellen für witzige oder niedliche Katzenbilder:
(man beachte die blumigen Seitentitel)

Die Seiten sind vollständig auf Web2.0 getrimmt, mit fertigem Web0.7-Code, um die Bilder direkt in seine Seite einzubinden. Womit wir beim Anfang wären: Katzen beherrschen das Internet.